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Veranstaltungen

Veranstaltungen der Fakultätsgruppe Diversität und Diskriminierungskritik

[08.06.2022 - 19.07.2022]

Termine im Sommersemester 2022

 

08.06.2022, 17-19 Uhr

 

Machtverhältnisse, Sprache, Verletzbarkeit. Wie wir Sichtbarkeit verhandeln und warum es so schwer ist, diskriminierungsfrei zu sprechen

Vortrag von Zara Jakob Pfeiffer

 

"My silences had not protected me. Your silence will not protect you. But for every real word spoken, for every attempt I had ever made to speak those truths for which I am still seeking, I had made contact with other women while we examined the words to fit a world in which we all believed, bridging our differences.” [Audre Lorde]

 

Als gesellschaftliche Wesen sind wir grundlegend auf Sprache angewiesen. Sprache erzeugt einen Raum, in dem Macht- und Herrschaftsverhältnisse gespiegelt, hergestellt und ausgehandelt werden. Wer spricht? Wer wird nicht gehört? Unter welchen Bedingungen findet Gesagtes Resonanz? Wie wird gesprochen? Aus welcher Positionierung, mit welcher Perspektive, in welchen Rahmen? Die Art und Weise, in der wir – bewusst und unbewusst – kommunizieren ist verwoben mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen wie Sexismus, Rassismus, Ableismus. Dies zeigt sich auch und gerade an den Auseinandersetzungen um die Verwendung rassistischer Wörter, um gegenderte Sprech- und Schreibweisen oder um inklusives Sprachhandeln. Der Versuch Sprache möglichst wenig diskriminierend zu verwenden, ist deshalb immer auch eine Auseinandersetzung mit diesen Machtverhältnissen. Wenn dies gelingt, können wir über Sprache Sichtbarkeit für marginalisierte Gruppen herstellen, Ungerechtigkeiten aufzeigen und Verletzungen verhindern.

 

Zara Jakob Pfeiffer [er*/they/keine] ist Politikwissenschaftler*in, wissenschaftliche*r Mitarbeiter* der Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt München, freiberufliche Tätigkeit als Autor* und Dozent*in. Inhaltliche Schwerpunkte: Geschlechterverhältnisse, Gleichstellungsarbeit, Inklusion, feministische und antifeministische Diskurse und Bewegungen, dekoloniale, postkoloniale und postnationalsozialistische Erinnerungskultur, geschlechterreflektierte und rassismuskritische Bildungsarbeit, intersektionale Pädagogik, www.zara-jakob-pfeiffer.de , https://beyond-binary.net/

 

Teilnahme kostenlos, Anmeldung unter

 

Die Veranstalter:innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die durch rechtsextreme, rassistische, nationalistische, antisemitische oder andere menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung treten, von der Veranstaltung auszuschließen.

 

 

24.06.2022

 

LGBTQI+ Crashkurs - sozialpädagogisches Arbeiten mit geschlechtliche und sexuell vielfältigen Jugendlichen

Workshop für Studierende mit Sophia Lukas

 

Tina hat einen neuen Namen, Lisa möchte nur noch mit dey/dem Pronomen angesprochen werden und Felix wird gemobbt, weil er in Simon verliebt ist. Für Sozialpädagog*innen können diese Situationen sehr fordernd sein. Trotz einer steigenden Thematisierung, mangelt es in der Sozialen Arbeit immer noch an ausreichender Sensibilisierung und Aufklärung über geschlechtliche und sexuelle Identitäten. Auch im Studium kommen diese Themen oft zu kurz. Die Angst, etwas Falsches zu sagen, Hilflosigkeit im Umgang mit der Thematik oder pure Verwirrung erschweren die Arbeit mit LGBTQI+ Jugendlichen. Dabei sind es genau diese Jugendlichen, die besondere Unterstützung benötigen. LGBTQI+ Jugendliche leiden deutlich öfter an psychischen Krankheiten und haben eine höhere Suizidrate. Durch soziale und manchmal auch familiäre Ausgrenzung ist ihr Hilfesystem oft schwächer als das von Gleichaltrigen.

 

In diesem interaktiven Workshop lernen Studierende der Sozialen Arbeit, wie sie LGBTQI+ Jugendliche in ihrem Alltag und bei der Bewältigung von Problemen unterstützen können. Hemmschwellen im Umgang werden abgebaut. Teilnehmende erhalten konkrete Handlungsmethoden für (Problem-)Situationen und erlernen einen kompetenten Umgang mit Diskriminierung. Sie bekommen praktische Handlungsleitlinien für homo- und transphobe Aussagen und erfahren, wie ein inklusives Klima für alle Jugendlichen geschaffen werden kann.

 

Inhalte:

 

  • Grundkenntnisse über geschlechtliche und sexuelle Vielfalt; Begriffsklärungen und Aufklärung über verschiedene Identitäten
  • Kennenlernen der Lebenswelt, der Probleme und der Diskriminierungserfahrungen von LGBTQI+ Jugendlichen
  • Sensibilisierung gegenüber LGBTQI+ Themen
  • Erlernen von Methoden sowie Dos und Dont‘s im Umgang mit LGBTQI+ Jugendlichen und ihren Problemen
  • Kriseninterventions- und Problembewältigungsstrategien zur Unterstützung von LGBTQI+ Jugendlichen
  • Umgang mit Homo- und Transphobie; richtiges Eingehen auf diskriminierende Aussagen
  • Möglichkeiten der langfristigen Unterstützung durch das Schaffen eines inklusiven (sozial-)pädagogischen Umfelds

 

Ziele:

Kenntnisse über geschlechtliche und sexuelle Vielfalt erwerben, Handlungssicherheit im Umgang mit und in der Unterstützung von LGBTQI+ Jugendlichen gewinnen, kompetenter Umgang mit homo- und transphoben Aussagen

 

Sophia Lukas (freiberufliche Trainerin; Sozialarbeiterin i.A.; queere Referentin für LGBTQI+ Themen)

 

Teilnahme kostenlos, Anmeldung unter

 

Die Veranstalter:innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die durch rechtsextreme, rassistische, nationalistische, antisemitische oder andere menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung treten, von der Veranstaltung auszuschließen.

 

 

08.07.2022, 10 bis 17 Uhr (KO 127,Kapelle)

 

Zwischen Alltag und Anschlag? – Antifeminismus und Rechtsextremismus

Perspektiven aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Beratung

Fachtag in Kooperation mit der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus, Institut für Soziologie der LMU München, OTH Regensburg und TH Nürnberg.

 

Antifeminismus gehört seit jeher zum Kernbestand extrem rechter Ideologien und politischer Praxen. Er zielt darauf, strukturelle Ungleichheiten zu verfestigen und Emanzipationserfolge zunichte zu machen. Antifeminismus ist dabei kein bloßer Teilaspekt, sondern steht, wie Antisemitismus, Rassismus, dem Hass auf soziale und politische Gleichheit, im Zentrum extrem rechter Ideologie und Politik. Er überschneidet und verbindet sich mit Antigenderismus, Misogynie, LGBTIQ*- und Transfeindlichkeit.

Extrem rechter Antifeminismus zeigt sich in politischen Kampagnen gegen reproduktive Rechte und emanzipative Sexualpädagogik, im Kampf gegen die (sozial-)wissenschaftliche Geschlechter-Forschung und feministischer Politik. Er dient zugleich als Brückenkopf in Teile des konservativen Spektrums und als Legitimation mörderischer Gewalt.

Doch Antifeminismus zeigt sich nicht erst im Terror, er prägt die politischen und sozialen Alltagserfahrungen. Er steht zwischen Alltag und Anschlag.

Im Alltag von Beratungspraxis lässt sich Antifeminismus nicht immer sofort und leicht erkennen bzw. wird die Verbindung von Antifeminismus und Rechtsextremismus oft nicht hergestellt. Mit diesem Fachtag soll Antifeminismus als Schlüsselideologie der extremen Rechten beleuchtet und die Verbindung von Antifeminismus und extrem rechter Ideologie hergestellt werden. Dabei nehmen wir Antifeminismus aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick: sozialwissenschaftliche Forschung,zivilgesellschaftliche Beratungspraxis gegen die extreme Rechte sowie die Perspektivedemokratischer und feministischerZivilgesellschaft.

 

Vorträge und Workshop unter anderem mit Dr. Imke Schmincke, Juliane Lang, Jan Nowak, RIAS und mobile Beratung gegen Rechtsextremismus.

 

Weitere Informationen und Anmeldung finden sich unter:

 

https://www.lks-bayern.de/bildungsangebot/zwischen-alltag-und-anschlag/

 

 

18./19.07.2022, jeweils 10-17 Uhr

 

Social justice Training

 

Workshop für Studierende mit Susanne Becker und Betiel Berhe

 

Im Konzept von Social Justice und Radical Diversity geht es um einen anerkennenden Umgang mit Menschen in ihrer Diversität und ihrer Gleichheit als Menschen. Die Teilnehmenden lernen, wie sie im Lebens- oder Arbeitsalltag durch die Berücksichtigung verschiedener Lebensrealitäten Diskriminierungen wahrnehmen und verhindern. Dazu wird der Workshop sowohl mit theoretischen Inputs als auch biografischen Übungen arbeiten.

 

Teilnahme kostenlos, Anmeldung unter

 

Die Veranstalter:innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die durch rechtsextreme, rassistische, nationalistische, antisemitische oder andere menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung treten, von der Veranstaltung auszuschließen.